SAGW-Newsletter November 2020
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Der Nachhaltige Staat | SAGW-Newsletter November 2020
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Am 4. November schickte der Bundesrat die «Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030» (SNE) in die Vernehmlassung. Die SNE bekräftige sein Engagement für die Erreichung der Agenda 2030 und ihrer 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs), so der Bundesrat. Besonderen Handlungsbedarf sieht er in den Bereichen Nachhaltiger Konsum und Produktion, Klima, Energie und Biodiversität sowie Chancengleichheit. Verschiedene Akteure kritisieren die Strategie schon jetzt als ungenügend. Das zivilgesellschaftliche Netzwerk «Plattform Agenda 2030» beispielsweise moniert in einer Stellungnahme, dass die SNE 2030 keine zusätzlichen Mittel vorsehe und Nachhaltige Entwicklung im Rahmen des courant normal der verschiedenen Ämter umgesetzt werden soll.
 
Nachhaltigkeit in staatliches Handeln implementieren: zehn Perspektiven

 
Doch wie lässt sich Nachhaltigkeit in staatliches Handeln implementieren? Was soll der Staat tun? Was kann er überhaupt tun? Und was tut er tatsächlich? Das Themendossier im neuen SAGW-Bulletin nimmt sich diesen Fragen an und trägt aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven zur weiteren normativen, funktionalen und empirischen Klärung der Verantwortung und Rolle des nachhaltigen Staats bei. «Wenn der Staat so entschlossen auf Corona reagieren kann, müsste er auch dazu in der Lage sein, den anthropogenen Klimawandel, das Artensterben oder die anhaltende gesellschaftliche Ungleichheit anzugehen», schreiben Basil Bornemann und Marius Christen, die an der Universität Basel zur «Sustanibilisierung des Staats» forschen und das Dossier mitkonzipierten, in der Einleitung.
 
Wie ein roter Faden zieht sich das Verhältnis von Nachhaltigkeit und Demokratie durch die zehn im Dossier versammelten Beiträge: Auch der Nachhaltige Staat bedarf zwingend der demokratischen Legitimation, hält beispielsweise Umweltgeisteswissenschaftler Ivo Wallimann-Helmer fest.

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Inhalt
arrow     Data Access und Data Linking: Die Schweiz muss aufholen
arrow     Open Access in der Schweiz: Top-down-Massnahmen versus lokale Infrastrukturen
arrow     Neue Erhebungen zum Verhältnis der Generationen
arrow     Sechs Forschungsprioritäten für eine nachhaltige Schweiz
arrow     One Health: auf dem Weg zu einer integrierenderen Wissenschaft
arrow     SAGW-Blog: zwei aktuelle Themen in der «décodage»
arrow     Calls
arrow     Agenda
arrow     Publikationen
Data Access und Data Linking: Die Schweiz muss aufholen
Die Schweiz sollte rasch rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen schaffen, damit die Forschung besseren Zugang zu bestehenden digitalen Daten erhält. Und: Datenzugang und Data Linking müssen nicht im Widerspruch zu Datenschutz stehen. Das hält der neue Bericht «Accessing and linking data for research in Switzerland» (29 Seiten) des Kompetenzzentrums Sozialwissenschaft FORS fest.
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arrow    Die wichtigsten Ergebnisse in Kürze
Open Access in der Schweiz: Top-down-Massnahmen versus lokale Infrastrukturen
Interviewstudie des Schweizerischen Wissenschaftsrats
An die Idee der freien und öffentlichen Verfügbarkeit von Forschungsresultaten knüpfen sich grosse Erwartungen: etwa geringere finanzielle Belastung von Bibliotheken oder die «Rückeroberung» des wissenschaftlichen Publikationssystems durch die Scientific Community. Diese Erwartungen wurden bislang weitgehend enttäuscht. Wie vielstimmig und kritisch die Debatte zu Open Access auch in der Schweiz nach wie vor geführt wird, zeigt die im Oktober vom Schweizerischen Wissenschaftsrat publizierte Interviewstudie «Die Zukunft von Open Access aus der Sicht von Forschenden in der Schweiz», für die zwölf Forscherinnen und Forscher befragt wurden.
Die Befragten stehen den jüngsten wissenschaftspolitischen Interventionen für einen beschleunigten Umbau des wissenschaftlichen Publikationssystems wie der europäische «Plan S» («S» wie «Speed», «Solution» oder «Shock») oder auf nationaler Ebene der «Aktionsplan Open Access» von Swissuniversities skeptisch gegenüber und kritisieren sie als Top-down-Massnahmen. Es seien vielmehr «lokale, fall- und fachbezogene Infrastrukturen zu schaffen». Mehrere Befragte sind zudem der Meinung, wissenschaftliche Fachgesellschaften könnten einen noch gewichtigeren Beitrag leisten, etwa indem sie wieder die Kontrolle über die wichtigsten Zeitschriften übernehmen oder sich stärker für die De-Kommerzialisierung des Publikationswesens einsetzen.
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Neue Erhebungen zum Verhältnis der Generationen
Alte und Junge in der Pandemie
Im Frühjahr fanden die Sozialwissenschaften wenig Gehör in der Pandemie-Bekämpfung (vgl. News-Beitrag vom 14. Mai). Seither gab es indes zahlreiche sozialwissenschaftliche Erhebungen, die das veränderte gesellschaftliche Zusammleben in der Pandemie sowie die Auswirkungen von Lockdown und Quarantäne in den Blick nahmen und deren Resultate nun laufend publiziert werden. Ein Schwerpunkt in mehreren Berichten liegt dabei auf dem Verhältnis der Generationen:

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Sechs Forschungsprioritäten für eine nachhaltige Schweiz
Welche Forschungsfelder sind prioritär, damit die Schweiz ihre Nachhaltigkeitsziele erreichen kann? Über die letzten 18 Monate hat sich die Steuerungsgruppe der Sustainable Research Initiative, lanciert von den Akademien der Wissenschaften Schweiz unter Federführung der naturwissenschaftlichen Akademie, intensiv mit verschiedenen Interessengruppen aus Wissenschaft, Regierung, NGOs und dem privaten Sektor ausgetauscht. Das Ergebnis dieser Konsultationen ist ein Whitepaper, das sechs Bereiche identifiziert, bei denen gezielte Forschungsinitiativen gefordert sind – auch aus den Geistes- und Sozialwissenschaften.
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One Health: auf dem Weg zu einer integrierenderen Wissenschaft
Wie können wir uns in die Richtung einer modernen Theorie der Gesundheit bewegen, die die Fähigkeit hat, sich den komplexen Herausforderungen des globalen Wandels zu stellen? Jakob Zinsstag (im Bild r.), Epidemiologe am Swiss TPH in Basel und Präsident des wissenschaftlichen Beirats von td-net, stellt in einem neuen Aufsatz die Genese des One-Health-Konzepts vor und hält fest: Gesundheit muss als Wirkungsbereich menschlicher Handlungen innerhalb von Mensch-Umwelt-Systemen betrachtet werden. Denn nicht zuletzt der Ausbruch von Covid-19 zeigt: Der Mensch ist unentrinnbar auf seine Umwelt bezogen.
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SAGW-Blog: zwei aktuelle Themen in der «décodage»
«décodage» – ein Blog als reflexives Journal des Zeitgeschehens. Im November erschienen sind:
 
Tierrechte: eine vernünftige Idee? 
 
Zwischen Nerzfarmen und Veganismus: Ist die moderne Tiernutzung «vernünftig» – und ein Grundrecht für Tiere «unvernünftig»? Der Philosoph Markus Wild decodiert in seinem Text die laufende Debatte dazu.
 
Wie der Lockdown unsere Orientierung in Raum und Zeit verändert
 
Die Verfügbarkeit von Raum und Zeit bildet den Orientierungsrahmen für unseren Alltag. Wie verändern sich diese Ressourcen in einem Lockdown? Eine Reflexion aus Sicht des Geographen Paul Messerli.
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Estavayer-le-Lac und Werdenberg: zwei neue Bände in der Kunstdenkmäler-Reihe
Rund 140 Bände in 93 Jahren: Die Reihe «Die Kunstdenkmäler der Schweiz», herausgegeben von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, wächst weiter. Im November erschienen sind die Bände «Die Region Werdenberg» (Bd. VI zum Kanton St. Gallen) und «La ville d’Estavayer-le-Lac (Bd. VI zum Kanton Freiburg). Seit 2019 sind alle Bände online zugänglich. Das Projekt KdS-online möchte bis 2027 alle Bände in einer georeferenzierten Datenbank miteinander vernetzen und digital erweitern.
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Mehrsprachigkeit in den Wissenschaften und die Illusion universeller Kommunikation
Anders als in Wirtschaft oder Kultur erhält die Mehrsprachigkeit in der akademischen Welt wenig Aufmerksamkeit. Dabei könnte sie ein Gegenmittel sein gegen die abnehmende Vielfalt wissenschaftlicher Kulturen. Das Buch «The Multilingual Challenge for the Construction and Transmission of Scientific Knowledge» der Sprachwissenschaftlerin Anne-Claude Berthout und ihres Kollegen Laurent Gajo untersucht die wissenschaftliche Praxis und zeigt, inwiefern Mehrsprachigkeit die Qualität wissenschaftlicher Arbeit erhöhen kann.
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Calls
Aktuelle Projekt-Ausschreibungen
Stiftung Pestalozzianum, Zürich
Pilot-Forschungsprojekte mit Bezug zu den Sammlungsschwerpunkten der Stiftung
  • Ziel: ForscherInnen verschiedener Disziplinen auf die Sammlungen aufmerksam zu machen und Perspektiven für die weitere bildungshistorische Forschung und einen historisch reflektierten Bildungsdialog erarbeiten. Es werden 1–3 Projekte mit insgesamt 60'000 Franken unterstützt.
  • Offen für: Forschungsinstitute oder Einzelpersonen im Bereich der historischen Bildungsforschung
  • Frist: 31. Dezember 2020
Zur Ausschreibung 
 
Swissuniversities
Verschiedene Ausschreibungen für Open Access Projekte im Programm «Open Science»
  • Ziel: Projekte zur Umsetzung des Nationalen Open-Access-Aktionsplans an den Schweizer Hochschulen
  • Offen für: alle Disziplinen
  • Fristen: 15. Januar / 31. Mai 2021
Zur Ausschreibung

Schweizerischer Nationalfonds
Wettbewerb für wissenschaftliche Bilder 2021
  • Ziel: Wachsende Bedeutung von Bildern in der Forschung aufzeigen, Einblicke in die Praxis der Wissenschaft gewähren
  • Offen für: Forscherinnen und Forscher aus allen Disziplinen, die an einer Forschungsinstitution in der Schweiz tätig sind
  • Frist: 31. Januar 2021
Zur Ausschreibung

Schweizerischer Nationalfonds
Doc.CH für Dissertationen in den Geistes- und Sozialwissenschaften
  • Ziel: Förderung von Dissertationen zu selbstgewählten Themen
  • Offen für: Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen mit MA-Abschluss (bis 3 Jahre nach Diplom)
  • Projekt-Laufzeit: 2–4 Jahre
  • Frist: 15. März 2021
Zur Ausschreibung

Bundesamt für Energie
Sweet-Call 2021-1 zum Thema «Living & Working»
  • Ziel: Förderung von Innovationen, die zur erfolgreichen Umsetzung der Energiestrategie 2050 und der Erreichung der Schweizer Klimaziele nötig sind
  • Offen für: Konsortien, die über mehrere Jahre an trans- und interdisziplinären Projekten arbeiten. Erwünscht ist insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen, Privatwirtschaft und öffentlicher Hand
  • Projekt-Laufzeit: 8 Jahre
  • Frist: Ausschreibung startet im ersten Quartal 2021
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Swiss Network for International Studies
Call for Projects in «Covid-19: What lessons for multilateralism? (particularly in view of climate change action)»
  • Ziel: Förderung der Zusammenarbeit von Natur- und Sozialwissenschaften im Bereich International Studies
  • Offen für: multidisziplinäre Forschungsteams der Social Sciences im Bereich International Studies
  • Projekt-Laufzeit: 2 Jahre
  • Frist: 17. Mai 2021
Zur Ausschreibung
Agenda
Veranstaltungen im Dezember
03.12.2020
10.00–11.00 Uhr
Online
Webinar «Museen und Tourismus»
Verband der Museen der Schweiz

03.12.2020
09.45–16.20 Uhr
Volkshaus Biel
Fachtagung «Partizipation als Chance»
Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen
 
04.12.2020
10.00–12.00 Uhr
Online
Workshop des «Digital Humanities Network»
Mit Präsentationen von Rachel Huber, Béatrice Gauvain, Sonja Gasser
DHCH Netzwerk, Universität Bern, SAGW

08.12.2020
ab 18.15 Uhr
Online
Conférence de Sabine Fourrier (Lyon): «Une capitale de royaume chypriote: Kition (XIIIe–IVe siècles av. J.-C.)»
Vereinigung der Freunde antiker Kunst
 
16.12.2020
ab 10.15 Uhr
Avenue de l'Europe 20, Fribourg
Conférence de Anne-France Morand (Québec): «Traduire et éditer les Hymnes orphiques. Quelques réponses et passablement de questions»
Département de Philologie classique, Université de Fribourg
 
17.12.2020
13.15–14.00 Uhr
Science after Noon: Podiumsdiskussion «Wie kann Wissenschaft Politik beraten?» 
Mit Marcel Tanner, Matthias Egger, Susan Gasser, Sabine Süsstrunk
Akademien der Wissenschaften Schweiz
Publikationen
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Lebensräume – Lieux de vie
SAGW (2020): Lebensräume – Lieux de vie (SAGW-Bulletin 26,2).
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Next Generation und Third Space
Schmidlin, Sabina, Eva Bühlmann und Fitore Muharremi (2020): Next Generation und Third Space: neue Karriereprofile im Wissenschaftssystem (Swiss Academies Reports 15,3).
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Der Nachhaltige Staat
SAGW (2020): Der Nachhaltige Staat – L'État durable (SAGW-Bulletin 26,3).
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Schweizerische Akademie der Geistes- und
Sozialwissenschaften (SAGW)
Laupenstrasse 7
Postfach
3001 Bern
Schweiz

Tel:  031 306 92 50
E-Mail: sagw@sagw.ch

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